Selbst gebaut
Die Fahrt nach Garlstedt.
Zwanzig Kilometer, die ich im echten Leben oft fahre — hier als Pixelspiel. Nichts daran ist erfunden: die Kurven, die Häuser am Straßenrand, die abzweigenden Wege, die Felder dahinter. Alles kommt aus echten Kartendaten, von der Haustür bis vor die Tür.
Wie aus einer Route eine Strecke wird
Der eigentliche Trick steckt nicht im Spiel, sondern davor. Ein Router liefert die Fahrtstrecke als Kette von Koordinaten — ungleichmäßig verteilt, auf geraden Abschnitten teils 500 Meter zwischen zwei Punkten. Fährt man darauf, fühlt sich jede Kurve wie eine Ecke an.
01 Neu abtasten
Die Kette wird mit exakt fünf Metern Abstand neu abgetastet. Danach entspricht ein Stützpunkt immer derselben Strecke, was Kilometerstand und Fortschritt geschenkt mitbringt.
02 Ecken runden
Zwei Durchgänge gleitender Mittelwert glätten die Knicke. Anders als eine Spline kann das nicht überschwingen — es gibt also keine Schlaufen, wo eigentlich eine Gerade war.
03 Projizieren
Grad werden zu Metern: ein Breitengrad sind 110 540 m, ein Längengrad 111 320 m mal Kosinus der Breite. Auf zwanzig Kilometern liegt der Fehler unter einem Meter.
04 Breite aus der Klasse
Autobahn, Bundes-, Landes-, Kreisstraße, Ortsstraße — jede bekommt ihre Fahrbahnbreite. Die A 270 ist 15 m breit, der Garlstedter Kirchweg 6 m. Genau daran hängt, wo der Acker anfängt.
05 Indexieren
Alle Stützpunkte landen in einem Gitter aus 40-Meter-Zellen. Die Frage „bin ich noch auf Asphalt?“ prüft dann neun Zellen statt 3922 Punkte — pro Bild, sechzigmal je Sekunde.
06 Umgebung
3464 Gebäude, 1545 Seitenstraßen und 482 Flächen stehen genau da, wo sie in Wirklichkeit stehen. Alles im Korridor von rund 200 Metern wird einmal abgefragt, auf ganze Meter gerundet und delta-kodiert — das macht 84 KB.
07 Zeichnen
Gezeichnet wird in einen Puffer von 480 × 270 Pixeln, der ohne Glättung hochskaliert wird. Die Kamera rastet dabei auf ganze Pixel, sonst flimmert die ganze Landschaft.